„.negative Kritik meistern

…. war das Thema im ABC – Burnout Café Neuss.

Das ungemütliche Wetter gab uns – es hatten sich 15 Teilnehmer eingefunden – eine Steilvorlage für unser Thema. „Das ist ja ein Sauwetter“, „Muss es denn so regnen“ und viele andere kritische Bemerkungen waren zu hören. Unmittelbar waren wir mitten drin.

Negative Kritik meistern, alleine in dem Satz stecken drei ungeklärte Worte. Diese drei Worte bestimmten den Abend.

Wir haben erarbeitet, das es neben möglichen „negativen Gefühlen“ bei dem Wort Kritik auch positive Annahmen geben kann und haben diese deutlich gemacht. Sich diese in kritischen Situationen zu vergegenwärtigen, kann hilfreich sein.

Flip - 1Einen großen Teil des Abends nahm die Erarbeitung der Fallen Wahrnehmung und Identifikation ein. Was heißt eigentlich „negativ“? Ist nicht jede Aussage erst einmal eine Aussage? Und ist „negativ“ nicht bereits eine Wertung dieser Aussage? Und wie kommt diese zustande? Wir haben dies gemeinsam erarbeitet und um Beispiele aus dem Teilnehmerkreis ergänzt.

Ähnlich sind wir mit der Bedeutung des Wortes „Kritik“ vorgegangen. Wir haben uns Synonyme für Kritik angeschaut und uns dabei die ganze Vielfalt der Bedeutungen vor Augen geführt.

Letztlich haben wir uns der individuellen Bedeutung von „meistern“, also dem Umgang mit der Kritik beschäftigt. Hier stehen eine Reihe von Strategien zur Verfügung: von der Schlagfertigkeit, dem Verzeihen, dem Annehmen, dem Vertagen, dem Bewerten, dem Ignorieren, dem Dickfelliger werden, u.a.. Einige Beispiele haben wir besprochen, andere, wie dem Verzeihen sind ganze ABC-Abende gewidmet.

Zum Schluss haben noch nützliche Hilfen und Regeln besprochen.

Nützliche Hilfen? (*)

  1. Ohren auf und zuhören (Wissen↑, Gereiztheit↓)
  2. Bis zehn oder mehr zählen und Konzentration auf Atmung (Ruhe↑ Überlegung↑)
  3. Nachfragen und der Sache auf den Grund gehen (Wissen↑ Ruhe↑)
  4. Die Diskussion “vertagen”, wenn es sinnvoll ist (Klarheit↑)
  5. Das Gegenüber ernst nehmen (Ruhe↑)

Es gibt allgemeingültige Feedbackregeln. Diese könnten ausgedruckt und ins Portemonnaie gesteckt werden. Bei Bedarf, wenn ich mit Kritik konfrontiert werde, der ich sprachlos gegenüberstehe, könnte ich mein Gegenüber darauf aufmerksam machen und ihn bitten sein Feedback nach diesen Regeln zu formulieren.

Feedbackregeln

Feedbackgeber:

  • Ich beschreibe mit einer Ich-Botschaft nachvollziehbar und wertneutral, was ich gesehen und gehört habe, und erst dann, wie diese Beobachtungen auf mich wirken und was ich hierzu fühle.
  • Meine Aussage bezieht sich nur auf das aktuelle situative Verhalten, nicht auf die Person (Identität) und nicht auf länger Vergangenes.
  • Meine Aussage erfolgt in kurzen Sätzen mit wenig Gestik und ist spezifiziert.
  • Ich gebe Verhaltensempfehlungen und Wertungen nur auf ausdrückliche Nachfrage und betone, wie diese Veränderung mir helfen würde das Präsentierte besser aufzunehmen.
  • Ich versuche, die gute Absicht oder den positiven Anteil des beobachteten Verhaltens zu würdigen.

Feedbacknehmer

  • Ich höre nur zu und weiß, dass ich mich nicht zu rechtfertigen brauche.
  • Ich frage bei Nicht-verstehen nach.
  • Ich weiß, dass ich (wie alle anderen Menschen auch) blinde Flecken in meiner Wahrnehmung habe, und dass mich andere objektiver sehen können, als ich mich selbst.
  • Ich beziehe Feedback nur auf mein momentanes Verhalten und nicht auf meine Person.
  • Ich entscheide, was ich annehme und was nicht. Ich kann das Feedback jederzeit beenden.
  • Ich bedanke mich für das Feedback.
  • Mir ist bewusst, dass meine Reaktion auf Feedback darüber entscheidet, ob und wie ich in Zukunft welches bekomme.

Jede Kritik ist ein Angebot von einer Person, die es gut mit mir meint und ich muss nichts dazu sagen! Hilfreich kann es sein, anstatt sich auf das Problem (Abweichung) aus das Ergebnis zu konzentrieren.

(*)www.utanet.at