„.Leichter Grenzen setzen

…. war das Thema im ABC – Köln.

Es ist eine immer wiederkehrende Frage: wie kann ich mich von automatischem Ja-Sagen befreien, ohne mich schlecht zu fühlen?

Nachdem wir in der Gruppe über die positiven Folgen dieses Verhaltens ausgetauscht haben (diese reichen von „schnell wieder meine Ruhe haben“ bis „jemandem etwas Gutes tun“) stiegen wir in wirklich einprägsames üben ein. Eine Person schilderte kurz eine Alltagssituation, in der sie in der Regel schnell ja gesagt und briefte so den Partner, dieses Anliegen im Rollenspiel zu äußern. In der ersten Runde war Ziel der Übung, einfach mal nur nein zu sagen. Wir spielten damit, bei diesem Nein das Gegenüber anzuschauen oder wegzugucken. Schon durch diese unterschiedlichen non-verbalen Signale war die Reaktion auf die Ablehnung schwerer oder leichter zu nehmen.

Die Idee „Beziehung geht vor Sache“ wurde dann weiter ausgebaut. Nachdem ein Mitspieler sein Anliegen geäußert hat, schaute die adressierte Person nun den Partner an, sprach ihn mit Namen an und sagte dann „nein“ oder verwandte eine der 14 Arten, um direkt oder indirekt „Nein“ zu sagen:

  1. Vielleicht später.
  2. Nein, aber Danke fürs Fragen.
  3. Das geht leider nicht, weil ich dann andere Dinge vernachlässigen müsste, die mir auch wichtig sind.
  4. Nein, das passt gerade gar nicht rein.
  5. Sei nicht böse, aber ich habe gerade zu viel anderes um die Ohren.
  6. Mmmh, vielleicht später.
  7. Kannst du mich nachher noch mal fragen?
  8. Eher nein.
  9. Ich kann das gerade nicht entscheiden.
  10. Ich überlege es mir.
  11. Nein, ich möchte das nicht (und will mich deswegen auch nicht rechtfertigen).
  12. Danke, aber andere Sachen sind mir gerade wichtiger.
  13. Ich kann dir leider gerade nicht helfen, weil …
  14. Sandwich-Methode anwenden: Ich freue mich, dass Du… Gerade bin ich mit … beschäftigt… Schön, wenn es ein anderes Mal klappt…

 

Für Menschen, die dazu tendieren, automatisch und schnell auf anliegen Anderer positiv zu reagieren ist es hilfreich, sich anzugewöhnen erst einmal um Bedenkzeit zu bitten. Mit einem „da muss ich erst drüber nachdenken“ kann man sich Zeit verschaffen, um eine bewusste Entscheidung zu fällen. Und dann ist ein „Ja“ auch so gemeint und innere und äußere Konflikte bleiben aus.