Lösungsorientierung

Bildquelle: Thomas-Siepmann | pixelio.de

Lösungsorientierung gilt als ein Resilienzfaktor. Das heißt, dass Menschen, die eher lösungsorientiert vorgehen, in einer Krise schneller und aktiver nach einem Ausstieg suchen und sich nicht so lange mit Ursachenanalysen beschäftigen.

Wie kommen wir darauf, etwas ein Problem zu nennen? Was ist dieses etwas? Genau, es ist eine Situation, die nicht unseren Erwartungen, Träumen, Wünschen entspricht. Sie ist unvorteilhaft (=Bewertung) bezogen auf diese Erwartungen. Manche Menschen versuchen die Situation zu verändern, anstatt ihre Erwartungshaltung, ihre Einstellung zu ändern.

Mit den Teilnehmern probierten wir das Tool WOOP von Gabriele Oettingen, Professorin in NY und Hamburg, aus. Es basiert auf der Grundlage wissenschaftlicher Untersuchungen, dass „positives Denken“ alleine nicht ausreicht, ums ans Ziel zu kommen. Teilweise sogar kontraproduktive ist, denn es kann träge machen („Positive Fantasien entspannen, so dass sie Energie absorbieren, die man braucht, um Dinge anzupacken“) (1). Die Idee bei dem Tool ist die „Mentale Kontrastierung“, d.h.  Ziel und inneres Hindernis innerlich sich vor Augenführen, erleben mit allen Sinnen und dann einen Plan entwickeln, der das Hindernis in der Realität überwinden soll. Führt man diese Methode manuell aus, so kann jeder den Fortschritt zu Deinem Wunsch/Lösung  mit Ereignissen, Meilensteine dokumentieren

Bei der Suche nach Lösungen ist es ganz interessant zu wissen – in welchem Lösungsraum wir persönlich denken. Dazu gibt es im Block-Seminar der Hohenbrunner Akademie einen ganz tollen Ansatz, den wir vorstellten, um anschließend in einigen Übungen unsere Fähigkeiten trainieren mehr in Lösungen denn in unvorteilhaften Situationen zu Denken.

Energie / Gesundheit zu gewinnen ist auch eine Frage der Einstellung und der Entscheidung gepaart mit Willen und Lernbereitschaft. Zu momentan unabänderlichen Realitäten (Ereignisse, Gegebenheiten, Belastungen, Aufgaben, Herausforderungen, Regeln, Gesetze, Vereinbarungen, Menschen,…) können grundsätzlich 3 Einstellungen / Haltungen angenommen werden:

  1. Ich mag sie. Sie sind mir angenehm
  2. Ich mag sie nicht. Sie sind mir nicht angenehm.
  3. Sie verstoßen gegen meine höchsten Werte

Wie sich diese Haltungen jeweils auswirken, wurde im Detail diskutiert.

 

In einer weiteren Übung erfuhren die Teilnehmer die Wirkung von
lösungsorientierten Fragen. Ohne ihre unvorteilhafte Situation zu nennen, wurden ihnen eine Reihe von Fragen gestellt: Was musst Du tun, damit es noch schlimmer wird? Stell Dir vor, es wäre bereits gelöst, es ist jetzt 5 Jahre später, was hast Du damals getan?

 

Quelle: (1) Positive Psychologie – Ellen Langer, Haward; eine Bewegung 1990 in USA u.a. durch Martin Seligman „Wir brauchen eine Wissenschaft, die sich mit den Stärken beschäftigt.