Spätestens nachdem der Lockdown im neuen Jahr erneut verlängert wurde, hat auch die/der Letzte unter uns realisiert, dass Covid-19 nicht einfach so mit dem Jahreswechsel verschwunden ist. Mit der Ausbreitung des Virus bleibt jedoch auch die soziale Isolation, als Maßnahme vorerst wohl der einzige Weg aus der fortschreitenden Verbreitung. Gleichzeitig gehen die Kontaktbeschränkungen mit der Abnahme des Wohlbefindens einher, da wir unsere Liebsten nicht uneingeschränkt treffen können. Diese Tatsache kann negative Folgen auf unser seelisches Wohlbefinden haben. Ein Zusammenschluss von 25 wissenschaftlichen Fachgesellschaften hat sein Wissen im „Kompetenznetzwerk Public Health COVID-19“  [1] gebündelt, um der gesellschaftlichen Debatte rund um das Virus, interdisziplinäre Expertise zur Verfügung zu stellen. Der Zusammenschluss hat einen Rapid Review veröffentlicht, der die Ergebnisse einer systematischen Literaturrecherche zum Thema „Psychologische Folgen von Isolations– und Quarantänemaßnahmen: Womit müssen wir rechnen? Was können wir dagegen tun?“ [2] veröffentlicht.  

Hier können die Wissenschaftler*innen auf Basis der systematischen Literaturrecherche aufzeigen, dass Quarantänemaßnahmen „belegbare negative Folgen für die psychosoziale Gesundheit; dazu zählen Depressivität, Ängstlichkeit, posttraumatische Belastung, Wut, Stresserleben und Einsamkeit [haben]“[2].  

Doch wie gehen wir mit dem ständigen Alleinsein am besten um?  

Die Wissenschaftler*innen des Kompetenznetzes Public Health Covid-19 raten zu präventivem Verhalten: einem Lebensstil, der die Wahrscheinlichkeit psychischer Erkrankungen minimiert. Was banal klingt hat einen großen Einfluss auf unseren mentalen Zustand. Indem wir unseren Tagesablauf strukturieren, uns regelmäßig bewegen, gesund ernähren und auf eine gute Schlafhygiene achten, geben wir unseren Tagen einen Sinn und fühlen uns automatisch besser. Einige Ideen könnten sein: Neue Rezepte ausprobieren, einen anderen Park zum Spazieren auswählen, Musik anmachen und tanzen, ein Buch in der Bibliothek ausleihen oder eine/n Freund*in anrufen [2].  

Da wir spätestens seit dem ersten Lockdown 2020 Zoom, Webex und Co. kennen, können wir auf die allseits bekannten Tools zurückgreifen, um unsere Liebsten nicht nur zu hören, sondern zusätzlich auch zu sehen. Zum (kontaktlosen) Erhalt sozialer Beziehungen raten auch die Mitglieder des Public-Health-Zusammenschlusses. Um die typischen, einfachen Calls per Computer und Handy abwechslungsreicher zu gestalten, haben wir drei Ideen für Euch:  

  1. Nach langer Zeit wieder zusammen essen! Verabredet Euch mit einer lieben Person, indem ihr euch vornehmt bis zu einer bestimmten Uhrzeit gekocht zu haben und dann gemeinsam – bei angenehmem Gespräch – zu essen.  
  1. Homeoffice, Haushaltsarbeiten und gleichzeitig auch noch Homeschooling? Wenn es zeitlich mal zu knapp wird, sich nebenbei noch um die Kinder zu kümmern, können Sie Schönes mit Nützlichem verbinden. Planen Sie eine Videokonferenz für ihre Eltern und Ihre Kinder. So können die Großeltern Beschäftigung darin finden, sich mit den Kindern auszutauschen, ihnen etwas vorzulesen oder sogar ein Spiel zu spielen (z. B. Stadt-Land-Fluss).  
  1. Wie wäre es mit einem Spieleabend im Freundeskreis? Damit es wir wieder Vorfreude auf den Freitagabend geben kann, verabreden Sie sich mit Ihren Freunden zu einem netten Abend bei Chips oder Gemüsesticks, Bier oder Tee zu einem Spiel. Wie wäre es mit Black Stories, Tabu oder zwei Wahrheiten und eine Lüge? Es gibt diverse Spiele, die sie online finden können.   

Weitere Informationen finden Sie hier:

[1] Webseite: Kompetenznetz Public Health Covid-19   

[2] Webseite: Kompetenznetz Public Health Covid-19 (2020). Psychologische Folgen von Isolations- und Quarantänemaßnahmen: Womit müssen wir rechnen? Was können wir dagegen tun? Ergebnisse einer systematischen Literaturrecherche (“Rapid Review”) 

[3] Röhr, S., Müller, F., Jung, F et al. (2020). Psychologische Folgen von Quarantänemaßnahmen bei schwerwiegenden Coronavirus-Ausbrüchen: ein Rapid Review. Stuttgart: Georg Thieme Verlag KG.