Ein Beitrag von Viktoria Kranz

Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Teil zwei In unserer Reihe „Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen“ erfahren Sie, wie Sie mit einfachen Methoden neben Ihrer Produktivität im Arbeitsalltag, auch Ihre Lebensqualität steigern. Als Inspiration für die Beiträge dient der Beitrag „ Manage Your Energy, not Your Time “ [1] von Tony Schwartz und Catherine McCarthy. Die Autor*innen führen dort ein Experiment durch und identifizieren Methoden, die ihren Proband*innen dabei helfen, ihren Alltag erfolgreicher und zufriedener zu meistern. Dabei widmen sie sich den vier Energiequellen: dem Körper, den Emotionen, dem Verstand sowie dem Geist. Im vergangenen Monat beleuchtete der Beitrag „Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen“ den Körper als Energiequelle. Heute soll es um Emotionen gehen. Im Folgenden erfahren Sie, welche Methoden – auf Grundlage des Experiments – als besonders hilfreich identifiziert wurden:

Emotionen beobachten und Trigger erkennen

Wann fühlen Sie sich besonders wohl in Ihrem Alltag und welche Situationen machen Sie unruhig oder gar wütend? Beginnen Sie, sich und Ihr Umfeld genauer in den Blick zu nehmen. Wenn Sie eine vermeintlich harmlose Aussage eines Kollegen wütend macht, schauen Sie genau hin: Welche Gründe kann dies haben? Gibt es negative Glaubenssätze, die Sie im Alltag einschränken? Wenn Ihnen auffällt, dass Sie ständig denken „Ich bin nicht genug“ oder Ähnliches, bemühen Sie sich, in diesem Moment zu erkennen, dass dies die Ursache für Ihren Ärger ist und kehren den Glaubenssatz bewusst um in beispielsweise „Ich liebe und akzeptiere mich so, wie ich bin!“.

Stimmungswechsel herbeiführen

Schlechte Laune? Jede/r von uns hat hin und wieder schlechte Laune – das darf sein. Manchmal fühlen wir uns einfach nicht gut und die Stimmung ist trüb. Bemühen Sie sich, gerade dann etwas zu tun, was Ihnen ein gutes Gefühl gibt. Die einen greifen bei Tee zu einem spannenden Buch, die anderen rufen eine liebe Person an. Schwartz und McCarthy schlagen vor: Tun Sie nicht nur sich, sondern auch Ihren Menschen etwas Gutes: Ob eine liebe Mail, Postkarte oder ein mitgebrachter Kaffee. Nicht nur die Stimmung Ihres Mitmenschen, sondern auch Ihre eigene wird sich verbessern!

Neue Interpretationen erschaffen

Schwartz und McCarthy finden heraus, dass es für viele Ihrer Proband*innen sinnvoll war, negative Erfahrungen aus einer neuen Perspektive zu bewerten. Hierzu schlagen Sie vor, Negatives durch drei verschiedene „Linsen“ bzw. aus drei Perspektiven zu betrachten: 

  • Aus der umgekehrten Perspektive: Fragen Sie sich, wie andere – von der Situation betroffene – Personen das Erlebnis bewerten oder interpretieren. Können Sie der Sichtweise etwas abgewinnen? 
  • Aus der Langzeit-Perspektive: Wie werden Sie das Erlebte in sechs Monaten bewerten? „Lohnt“ es sich, dass Sie sich ärgern, oder hat die Erfahrung in zwei Monaten keinerlei Auswirkung auf Ihr Leben? 
  • Aus der Weitsicht-Perspektive: Was können Sie aus dem Erlebten für Ihr zukünftiges Leben lernen? Ist es an der Zeit, internalisierte Verhaltensweisen oder Glaubenssätze zu überdenken? 

Das Betrachten negativer Ereignisse aus den drei genannten Perspektiven kann dabei helfen, zu erkennen, dass das Geschehene bereits vergangen, nicht veränderbar und – möglicherweise – gar nicht so schlimm ist, wie wir im ersten Moment denken. 

Quellen: [1]  Schwartz, Tony & Catherine McCarthy (2007). Manage Your Energy, not Your Time.